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© 2013 URSULA KRAFT

Traum-a

Der Hintersinn von Worten
Traum = T-raum = Traum-a
von Anna Mohal

Der Betrachter steht von Angesicht zu Angesicht lebensgroßen bewegten Brustbildern gegenüber. Umgeben von sieben im Kreis aufgestellten Video-Monitoren ist er zur Mitte eines Planetensystems um die eigene Achse kreisender Monaden geworden, die sich nach dem Gesetz von Notwendigkeit und Zufall auseinander, gegeneinander oder parallel drehen. Das Kreisen kreist ihn ein; die Spielanleitung der Memorys - Arbeiten der Künstlerin, die der Installation vorausgingen -, sich aus Bausteinen seine eigene Geschichte zu bauen, sie sich räumlich aus-zudenken, dem zeitlich Auseinanderliegenden auf der Spur zu bleiben, hat sich in ein betörend-verstörendes Rondo verwandelt.

Rose, oh reiner Widerspruch,
Lust, niemandes Schlaf zu sein
unter soviel Lidern.

Drei Frauen, ein Mädchen, ein Junge, zwei Männer. Die Augen sind geschlossen, nackte Wirklichkeit bietet sich dar vor dunklem Hintergrund, Zeit dehnt sich, bewegt sich in Zeitlupe, als wären diese Menschen hypnotisiert.

Wir sind die Treibenden.
Aber den Schritt der Zeit,
nehmt ihn als Kleinigkeit
im immer Bleibenden.

Sie scheinen verwandt: Mutter, Vater, Tochter, Schwester, Schwager, und doch täuscht der Schein. Was wie ein Ei dem anderen gleicht, ist nur formal verwandt: der kahle Schädel des Mannes, der kahle Kopf des Jungen träumen voneinander abweichende Träume, verschließen zweierlei Traumata. Dass die sieben Personen trotzdem weniger als Individuen denn als Metaphern für Lebensalter wirken, liegt sicher am seriellen Ansatz: gleicher Bildausschnitt, gleiche Pose, gleiches Insichruhen.

Es ist, als würden sich die Anfänge der Fotografie, wo Angehörige und Hausinsassen Julia Margaret Cameron Modell standen, mit  zeitgenössischen künstlerischen Verfahrensweisen, wie sie sich in der Doppelung von Foto und Video, dem Spannungsverhältnis von Realität und Simulation bzw. dem Vergnügen an der Langsamkeit auftun, verbinden. Doch wie sollen die Rätsel gelöst werden – die Fotos, die wie Videostills aussehen, die inneren und äußeren Bezüge der Figuren trotz zeitlicher und räumlicher Trennung, die körperliche Präsenz bei gleichzeitigem Abtauchen in eine mentale blackbox, das Einfrieren der Bewegungen, der Wechsel von Freude zu Schmerz?

Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen,
mitten in uns.

Das Leben eine endliche Endlosschleife! Deleuze zufolge spiegelt jeder Augenblick Wahrnehmung in Erinnerung. Das ergibt bei sieben einander reflektierenden Protagonisten ein regelrecht traumatisches Spiegelkabinett, in das der Betrachter nolens volens hineingezogen wird. Loslassen, sich langsam anspannen, sich ebenso langsam entspannen! Sich Zeit lassen, Träume zulassen! Erinnerungen, Verletzungen, Traumata. Sich an Kunderas “existentielle Mathematik” erinnern:

Der Grad der Langsamkeit verhält sich direkt proportional zur Intensität der Erinnerung; der Grad der Geschwindigkeit verhält sich direkt proportional zur Intensität des Vergessens.

Die Gedicht- und Textausschnitte stammen von Rainer Maria Rilke, zitiert nach Ausgewählte Kostbarkeiten, SKV-Edition Lahr, 1988, bzw.Milan Kundera, aus Die Langsamkeit.

http://www.ursulakraft.com/./wp-content/uploads/2018/04/traum-a.flvAusschnitt in der kreisförmigen Video-Installation, Galerie der Stadt Sindelfingen, Stuttgart Installation vidéo, traum-a, 7moniteurs
Installation vidéo, traum-a, 7moniteurs
7 stills vidéo - 7 moniteurs
7 stills vidéo - 7 moniteurs
Installation vidéo, Biennale d'art contemporain, Selest'Art 09
Installation vidéo, Biennale d'art contemporain, Selest'Art 09
Biennale d'art contemporain, Selest'Art 09
Biennale d'art contemporain, Selest'Art 09
Installation vidéo, centre d'art Stuttgart Sindelfingen, 2008
Installation vidéo, centre d'art Stuttgart Sindelfingen, 2008
Travail photographique Traum-a à l'Atelier, espace d'art contemporain de la ville de Nantes, 2014
Travail photographique Traum-a à l'Atelier, espace d'art contemporain de la ville de Nantes, 2014
Traum-a 12, photographies 50cm x 35 cm/ par image, tirage photographique contrecollé sur Diasec
Traum-a 12, photographies 50cm x 35 cm/ par image, tirage photographique contrecollé sur Diasec
Atelier, espace d'art contemporain de la ville de Nantes, 2014
Atelier, espace d'art contemporain de la ville de Nantes, 2014
Traum-a 4 , diptyque 50 cm x 35 cm / x2,  tirages photographique,  contrecollés sous Diasec  4mm
Traum-a 4 , diptyque 50 cm x 35 cm / x2, tirages photographique, contrecollés sous Diasec 4mm
Travail photographique Traum-a, centre d'art Stuttgart-Sindelfingen 2008
Travail photographique Traum-a, centre d'art Stuttgart-Sindelfingen 2008
Traum-a 3,  triptyque 50 cm x 35 cm / x3, tirages photographique,  contrecollés sous Diasec  4mm
Traum-a 3, triptyque 50 cm x 35 cm / x3, tirages photographique, contrecollés sous Diasec 4mm
Atelier, espace d'art contemporain de la ville de Nantes, 2014
Atelier, espace d'art contemporain de la ville de Nantes, 2014
Traum-a 5, diptyque 50 cm x 35 cm / x2, tirages photographique, contrecollés sous Diasec  4mm
Traum-a 5, diptyque 50 cm x 35 cm / x2, tirages photographique, contrecollés sous Diasec 4mm
Traum-a 1, diptyque 50 cm x 35 cm / x2,  tirages photographique, contrecollés sous Diasec  4mm
Traum-a 1, diptyque 50 cm x 35 cm / x2, tirages photographique, contrecollés sous Diasec 4mm
Atelier, espace d'art contemporain de la ville de Nantes, 2014
Atelier, espace d'art contemporain de la ville de Nantes, 2014
Traum-a 2,  triptyque 50 cm x 35 cm / x3, tirages photographique,  contrecollés sous Diasec  4mm
Traum-a 2, triptyque 50 cm x 35 cm / x3, tirages photographique, contrecollés sous Diasec 4mm
16e Rencontres photographique, Galerie du Faouëdic,  Lorient, 2005
16e Rencontres photographique, Galerie du Faouëdic, Lorient, 2005